faq page

Energie sparen im Altbau

Energie sparen im Altbau
💡

Zusammenfassung

Warum der Altbau das größte Sparpotenzial bietet

In Deutschland entfällt ein Großteil der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor. Besonders Häuser, die vor 1978 (der ersten Wärmeschutzverordnung) gebaut wurden, verbrauchen oft ein Vielfaches an Energie im Vergleich zu Neubauten. Ursache sind meist ungedämmte Fassaden, veraltete Fenster und ineffiziente Heizungsanlagen.

Doch genau hier liegt Ihre Chance: Durch gezielte energetische Modernisierungen lassen sich die Heizkosten in einem Altbau um bis zu 70 % reduzieren. Gleichzeitig steigern Sie den Wohnkomfort durch wärmere Wände im Winter und kühleres Raumklima im Sommer, während Sie den Marktwert Ihrer Immobilie nachhaltig sichern.

Maßnahmen im Vergleich: Einsparpotenzial und Aufwand

MaßnahmeEinsparpotenzial ca.KostenaufwandAmortisation
Dämmung der obersten Geschossdecke10 - 15 %Gering (oft DIY möglich)Sehr schnell (3-6 Jahre)
Kellerdeckendämmung5 - 10 %Gering bis mittelSchnell (5-8 Jahre)
Fenstertausch (3-fach Verglasung)10 - 20 %HochMittel (15-25 Jahre)
Heizungsoptimierung (Hydraulischer Abgleich)5 - 15 %GeringSehr schnell (2-5 Jahre)
Fassadendämmung (WDVS)20 - 35 %Sehr hochLangfristig (25+ Jahre)

Quick-Wins: Sofort Energie sparen ohne große Investition

Heizkurve optimieren: Lassen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung vom Fachmann an den tatsächlichen Bedarf anpassen.
Heizkörper entlüften: Luft im System verhindert die optimale Wärmeverteilung und steigert den Verbrauch.
Rolladenkästen dämmen: Oft eine unterschätzte Wärmebrücke, die kostengünstig mit Dämmmatten verschlossen werden kann.
Dichtungen prüfen: Erneuern Sie spröde Dichtungen an Fenstern und Türen mit Profilgummi oder Schaumstoffband.
Smart-Home-Thermostate nutzen: Programmieren Sie Absenkzeiten für Räume, die tagsüber nicht genutzt werden.

Schritt für Schritt zur energetischen Sanierung

1

Energieberatung beauftragen

Lassen Sie einen zertifizierten Energieberater (BAFA/dena) kommen. Nur so identifizieren Sie die energetischen Schwachstellen Ihrer spezifischen Immobilie fachgerecht.

2

Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen

Der iSFP zeigt Ihnen eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen auf. Zudem sichert er Ihnen bei vielen Förderprogrammen einen Extra-Zuschuss von 5 %.

3

Förderung beantragen

Wichtig: Stellen Sie Anträge bei der KfW oder BAFA immer BEVOR Sie Aufträge an Handwerker vergeben. Nachträgliche Förderungen sind meist ausgeschlossen.

4

Fachgerechte Umsetzung

Lassen Sie die Arbeiten von Fachbetrieben ausführen. Für den Erhalt der Förderung ist oft eine Bestätigung durch den Energieberater nach Abschluss der Arbeiten nötig.

Staatliche Förderung nutzen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet attraktive Zuschüsse und zinsgünstige Kredite. Wer beispielsweise seine alte Ölheizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, kann unter bestimmten Voraussetzungen Förderquoten von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten erreichen.

Auch Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) werden mit mindestens 15 % (plus optional 5 % iSFP-Bonus) bezuschusst. Prüfen Sie regelmäßig die aktuellen Konditionen auf den Seiten der KfW und des BAFA, da sich Förderrichtlinien dynamisch ändern können.

Häufige Fragen zum Thema

?Muss ich im Altbau sofort alles dämmen?

Nein. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt Pflichten nur in bestimmten Fällen vor (z.B. bei Eigentümerwechsel für die oberste Geschossdecke). Dennoch ist eine schrittweise Sanierung nach einem Sanierungsfahrplan wirtschaftlich fast immer sinnvoll.

?Lohnt sich eine Wärmepumpe im ungesanierten Altbau?

Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau funktionieren, wenn die Vorlauftemperaturen durch ausreichend große Heizkörperflächen (oder Fußbodenheizung) niedrig gehalten werden können. Oft ist es ratsam, erst die Fenster zu tauschen oder die Decken zu dämmen, bevor das Heizsystem dimensioniert wird.

?Welche Kosten übernimmt der Staat bei der Energieberatung?

Die BAFA fördert eine Vor-Ort-Energieberatung für Wohngebäude mit bis zu 80 % des förderfähigen Beratungshonorars. Dies ist eine lohnenswerte Investition, um Fehlplanungen bei der Sanierung zu vermeiden.